Vertriebsnetze: Wie funktionieren sie und welche gibt es?

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Vertriebsnetze: Wie funktionieren sie und welche gibt es?

21. Januar 2019|Lagerverwaltung|

Unter Distributionslogistik versteht man alle physischen Strukturen und Aktivitäten, die die Produktquellen (Werke) mit den Kunden verbinden und gleichzeitig den zugrunde liegenden Informationsfluss koordinieren.

Im Wesentlichen können wir sagen, dass die Distributionslogistik in fünf große Bereiche gegliedert ist:

  1. Vertriebsnetz
  2. Bestandsverwaltung
  3. Auftragsverwaltung
  4. Transport
  5. Lagerverwaltung

In diesem Artikel betrachten wir uns die verschiedenen Arten von Vertriebsnetzen etwas genauer.

Das Vertriebsnetz

„Das Vertriebsnetz ist eine Reihe von Lagern unterschiedlicher Art, die organisiert und integriert arbeiten und das Rückgrat des Logistiksystems bilden, das es ermöglicht, die Kunden mit den vom Unternehmen verwalteten (oder hergestellten) Produkten zu beliefern.

In der Vergangenheit war das Lager ein einfacher Aufbewahrungsort. Die integrierte Vision der Logistikkette sieht Lager heute als grundlegende Knotenpunkte des Logistiknetzwerks, deren Funktionalität durch ihre spezifische Lage innerhalb des Vertriebsnetzes definiert ist.

Im Allgemeinen können wir sagen, dass die wichtigsten operativen Funktionen jedes Lagers vier sind:

  1. Lagerung
  2. Handhabung
  3. Lagerbestandskontrolle
  4. Sortierung von Warenein- und -ausgang nach Herkunft/Ziel

Im Hinblick auf die spezifischen Funktionen, so können wir feststellen, dass es drei verschiedene Arten von Lagern gibt:

  1. Werkslager
  2. Zentrallager
  3. Peripherielager

Das Werkslager ist im Wesentlichen ein Aufbewahrungsort, an dem die Produktion einer Produktionsanlage vorübergehend abgelegt wird. Der Bedarf an einem Werkslager ist entweder darauf zurückzuführen, dass das Unternehmen provisorisch (für das Lager) produziert und daher die produzierten Waren lagern muss, während es auf Kundenaufträge wartet, und/oder darauf, dass das Unternehmen eine bestimmte Menge an Produkt zusammenfassen muss, um ein Transportmittel auszulasten (und damit die Verwaltung zu optimieren).

Das Zentrallager hingegen ist im Wesentlichen ein Sammel- und Sortierzentrum, das für die „Konzentration“ notwendig ist und somit verschiedene Produkte an einem einzigen Punkt zur Verfügung hat. Normalerweise gehen dort nur „Einprodukte“- oder „Einzellinien“ ein, während „Mehrprodukte“ versendet werden.

Die Funktionalität eines Peripherielagers ist der eines Zentrallagers (Sammel-/Sortierzentrum) sehr ähnlich. Dessen Hauptaufgabe besteht jedoch darin, eine schnelle Lieferung an die Kunden zu gewährleisten, da es sich direkt neben ihnen befinden.

Um mehr über den Vertrieb zu erfahren und darüber, wie sich ein Vertriebsnetz im Laufe des Lebens eines Unternehmens generell verändert, lesen Sie den folgenden Artikel: Die Entwicklung des Vertriebsnetzes. Wie kann ein neues aussehen?

Lassen Sie uns nun die verschiedenen Arten von Vertriebsnetzen vertiefen.

Vertriebsnetz: ein einziges Zentrallager

Dies ist ein einfaches Beispiel eines Vertriebsnetzes, das nur aus einem einzigen Zentrallager besteht, in dem die Bestände aller verwalteten Produkte gelagert werden und aus dem an alle Endkunden des Unternehmens geliefert wird.

Normalerweise zeichnet es sich durch folgende Eigenschaften aus:

  • Es minimiert die Betriebskosten des Lagers (Handling, Auftragsvorbereitung, etc.).
  • Es macht es möglich, das Inventar genau im Auge zu behalten.
  • Es vereinfacht das Transportmanagement, optimiert aber nicht immer die Kosten.
  • Dieses Vertriebsnetz eignet sich besonders für Unternehmen, die Endkunden nahe genug bedienen und/oder an die Aufträge einer bestimmten Größe/Wert geliefert werden.

Vertriebsnetz: ein Verteilerzentrum plus viele Niederlassungen

Das zweite Beispiel eines Vertriebsnetzes ist dem ersten sehr ähnlich, unterscheidet sich aber dadurch, dass es sich besser für große Handelsunternehmen eignet, die eine bestimmte Anzahl von Niederlassungen oder Verkaufsstellen mit geringer Lagerkapazität haben.

In der Praxis besteht das Vertriebsnetz nur aus einem einzigen Zentrallager, das wir in diesem Fall auch „Verteilerzentrum“ nennen können, in dem die Bestände aller von verschiedenen Lieferanten bezogenen Produkte gelagert werden und von dem aus Lieferungen an verschiedene Filialen oder verschiedene Verkaufsstellen erfolgen.

Normalerweise zeichnet es sich durch folgende Eigenschaften aus:

  • Es garantiert ein ausgezeichnetes Serviceniveau.
  • Es reduziert den Gesamtbestand.
  • Es relativ komplex und manchmal teuer in der Verwaltung.

Es handelt sich um ein Vertriebsnetz, das sich besonders für Großhändler und für den Großhandel oder Einzelhandelsketten eignet.

Vertriebsnetz: Zentrallager plus verschiedene Peripherielager

Dieses Beispiel ist eine recht häufige Variante der logistischen Organisation von Produktions- oder Handelsunternehmen, die keine „Endverbraucherverkaufsstellen“ haben.

In der Praxis werden die Kunden des Unternehmens je nach Standort und Zusammensetzung/Größe der Aufträge entweder direkt aus dem Zentrallager oder aus einer der verschiedenen Niederlassungen bedient.

Normalerweise zeichnet es sich durch folgende Eigenschaften aus:

  • Es garantiert ein ausgezeichnetes Serviceniveau.
  • Es erhöht sich das Niveau der Bestände ein wenig (vor allem, wenn sie nicht richtig verwaltet werden).
  • Hierbei wird der Service und die Kosten nach Kundenmerkmalen differenziert.

Es handelt sich um ein Vertriebsnetz, das sich besonders für bestimmte Arten von „Großhändlern“ oder nicht so großen Einzelfabrikanten eignet, bei denen die Produktionsabteilung an das Zentrallager angrenzt.

Vertriebsnetz: Werkslager, Zentrallager und Peripherielager

Es handelt sich um eine recht komplexe Konfiguration, die sich für Produktionsunternehmen (oder Unternehmensgruppen) ab einer bestimmten Größe eignet.

Die Kunden des Unternehmens können mit verschiedenen Möglichkeiten/Modi, je nach Standort und Zusammensetzung/Größe der Aufträge, über ein Vertriebsnetz auf drei Ebenen bedient werden: Werkslager, Zentrallager und Peripherielager.

Normalerweise zeichnet es sich durch folgende Eigenschaften aus:

  • Es garantiert dies ein ausgezeichnetes Serviceniveau.
  • Es erhöht sich das Niveau der Bestände ein wenig (vor allem, wenn sie nicht richtig verwaltet werden).
  • Hierbei wird der Service und die Kosten nach Kundenmerkmalen differenziert.

Es handelt sich um eine Lösung, die sich besonders für Unternehmen mit mehreren Produktionszentren eignet, die sich der Herstellung spezifischer Produkte widmen. Die Verfügbarkeit der Mischung wird durch das Zentrallager gewährleistet, während die Liefergeschwindigkeit durch die Nutzung der Marktnähe von Peripherielagern erreicht wird.

Vertriebsnetz: keine Lager, sondern nur Transitpunkte

Dieses Beispiel stellt eine relativ innovative Konfiguration dar (die erst vor wenigen Jahren implementiert wurde), die zwar sehr einfach erscheint, jedoch nicht außer Acht gelassen werden kann, wenn es sich um ein großes Unternehmen handelt.

In der Praxis werden alle Lager, sicherlich die peripheren, aber in einigen Fällen auch die zentralen, durch Transitpunkte ersetzt. Transitpunkte sind im Wesentlichen Lager ohne Lagerbestände (oder mit sehr geringen Lagerbeständen), bei denen die von Lieferanten oder Werken eingehenden Waren sofort an die Kunden ausgeliefert werden.

Normalerweise zeichnen sie sich durch folgende Eigenschaften aus:

  • Sie garantieren ein ausgezeichnetes Serviceniveau, wenn sie gut funktionieren.
  • Relativ einfache Auftragsverwaltung.
  • Geringe Lagerbestände, manchmal durchaus risikoreich.
  • Computer- und Organisationskomplexität.

Es handelt sich um eine Lösung, die im Allgemeinen von Produktions- oder Handelsunternehmen einer bestimmten Größe umgesetzt wird.

Vertriebsnetz: Outsourcing

Das letzte Beispiel für ein Vertriebsnetz, das wir hier vorstellen, ist eigentlich ein Ausnahmefall eines traditionellen Vertriebsnetzes, auch wenn seine Anwendung in Italien inzwischen recht weit verbreitet ist.

In der Praxis existiert das traditionelle Vertriebsnetz nicht mehr, da die physische Verteilung der Waren vollständig einem Drittunternehmen (Logistikdienstleister) übertragen wird.

In Wirklichkeit existiert das Vertriebsnetz jedoch auch dann noch, wenn der Vertrieb an Dritte übertragen wird, aber es ist nicht mehr im Besitz des Unternehmens, das die zu verteilenden Waren herstellt/verkauft und das diese daher „nicht zu Gesicht bekommt“. Am Anfang einer Partnerschaft mit einem Logistiker ist es wichtig zu wissen, welches Vertriebsnetz dieser zur Verfügung stellen wird.

Hier finden Sie unsere Tipps zur effizienten Organisation und Verwaltung Ihres Lagers.

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